Anämie bei Myelofibrose: den gesamten Therapiebedarf im Blick
Eine Anämie zählt zu den zentralen Krankheitsmerkmalen der Myelofibrose und kann bereits zum Zeitpunkt der Diagnose vorliegen. Im weiteren Krankheitsverlauf nimmt ihre Häufigkeit zu.1 Sie kann mit Beschwerden wie Fatigue, Schwäche und Dyspnoe einhergehen und zusätzliche unterstützende Maßnahmen erforderlich machen.1,2
Neben der Belastung im Alltag besitzt die Anämie auch prognostische Relevanz. Ein Hämoglobinwert unter 10 g/dl wird in etablierten Risikomodellen für die Myelofibrose als negativer prognostischer Faktor berücksichtigt.3,4,a Darüber hinaus ist eine Transfusionsabhängigkeit mit einer ungünstigeren Prognose und einem verkürzten Gesamtüberleben assoziiert.3
Welche Aspekte für die Versorgung relevant sind
Für die klinische Einordnung einer Myelofibrose mit Anämie sind neben dem Hämoglobinwert weitere Merkmale wie Symptomlast, Splenomegalie, Thrombozytenwerte, Transfusionsbedarf und bisherige Therapien relevant.5 Die aktuelle Onkopedia-Leitlinie berücksichtigt diese Faktoren im Therapiealgorithmus der Myelofibrose. Die individuelle Therapieplanung richtet sich nach der Ausprägung der Erkrankung, Begleiterkrankungen, bisherigen Therapien und den jeweiligen Behandlungszielen.5
Möchten Sie weiterlesen?
Registrieren Sie sich und erhalten Sie exklusiven Zugang zu vertiefenden Inhalten für medizinische Fachkreise.
Fußnoten
a Moderate Anämie: Ausgangs-Hb ≥8 bis <10 g/dl; schwere Anämie: Ausgangs-Hb <8 g/dl.
Referenzen
- Scherber RM, et al. Blood Rev. 2020;42:100716.
- Kuykendall AT, et al. Ann Hematol. 2018;97(3):435–441.
- Nicolosi M, et al. Leukemia. 2018;32(5):1254–1258.
- Mesa RA, et al. ASCO 2023. Poster 7066.
- Grießhammer M, et al. Onkopedia-Leitlinie Myelofibrose, Stand September 2025
NP-DE-MML-WCNT-260009, Okt26