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Endometriumkarzinom: Informationen und aktuelle Therapien

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Gebärmutterkörperkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane und betrifft die Schleimhaut der Gebärmutter.1 GSK ist ein Pionier bei der Entwicklung von Immuntherapien zur Behandlung des Endometriumkarzinoms. Unser Fokus liegt darauf, effektive Therapien zu entwickeln, die nicht nur die Überlebenschancen der Patientinnen verbessern, sondern auch ihre Lebensqualität erhalten. Entdecken Sie hier einen Überblick über Epidemiologie, Symptome, Diagnose und die Therapielandschaft des Endometriumkarzinoms.

 

Epidemiologie und Risikofaktoren des Endometriumkarzinoms

In Deutschland wurden im Jahr 2023 insgesamt 11.170 Neuerkrankungen des Endometriumkarzinoms registriert; 2.734 Patientinnen verstarben an den Folgen der Erkrankung.1 Da ca. 70 % der Endometriumkarzinome im Stadium I diagnostiziert werden, weist das Endometriumkarzinom insgesamt eine relativ günstige Prognose auf. So lag die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs in den Jahren 2021–2023 bei etwa 77 %.1 Wurde das Endometriumkarzinom jedoch in Stadium III oder IV diagnostiziert, lag die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei nur 52 % (Stadium III) bzw. 21 % (Stadium IV).1 Prognosebestimmend sind insbesondere das Erkrankungsstadium bei Diagnosestellung, Biomarker sowie histologische Subtypen.2

Pathophysiologisch spielt eine langjährige Östrogenexposition eine zentrale Rolle in der Karzinogenese des Endometriumkarzinoms. Entsprechend sind reproduktive und hormonelle Faktoren mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko assoziiert, darunter frühe Menarche, späte Menopause und Nulliparität. Darüber hinaus gelten metabolische Risikofaktoren als klinisch relevant: Adipositas, Bewegungsmangel und Diabetes mellitus Typ 2 sind mit einem signifikant erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Korpuskarzinoms verbunden. Zu den protektiven Faktoren zählt insbesondere die Einnahme von oralen Kontrazeptiva, die mit einer Reduktion des Erkrankungsrisikos assoziiert ist.1

 

Pathogenese des Endometriumkarzinoms

Endometriumkarzinome können unterschiedlichen histologischen Ursprungs sein. Mit einem Anteil von etwa 70–80 % stellen die endometrioiden Korpuskarzinome den häufigsten Subtyp dar.3 Weitere histologische Varianten des Endometriumkarzinoms umfassen seröse, klarzellige und gemischte Subtypen sowie seltene Entitäten wie neuroendokrine Neoplasien und undifferenzierte Karzinome.3 Zu den Endometriumkarzinomen werden zudem Karzinosarkome gezählt.2

Zur histopathologischen Differenzierung empfiehlt die WHO ein zweistufiges Grading, das zwischen Low-grade-Tumoren (G1/G2) mit geringer Aggressivität und High-grade-Tumoren (G3) mit aggressivem biologischen Verhalten unterscheidet. Seröse, klarzellige und undifferenzierte Endometriumkarzinome sowie Karzinosarkome werden grundsätzlich den G3-Neoplasien zugeordnet.2

Die früher gebräuchliche klinisch-metabolische Klassifikation des Endometriumkarzinoms in das Endometriumkarzinom Typ 1 (östrogenabhängig) und Typ 2 (östrogenunabhängig) gilt heute als überholt. Sie wurde durch eine molekulare Klassifikation abgelöst, die auf spezifischen Biomarkern basiert. Diese berücksichtigt insbesondere Defekte der genomischen Stabilität (Mismatchreparatur/MMR), Mutationen der Polymerase epsilon (POLE) und Mutationen des Tumorsuppressorgens TP53 und ermöglicht eine präzisere prognostische und therapeutische Stratifizierung der Erkrankung.2,4 Biomarker sind ebenfalls wichtig als prädiktive Faktoren für die Therapieauswahl.2,5,6 Daher wird laut nationalen (S3) und internationalen (ESGO, ESMO) Leitlinien die Testung auf MMR/MSI und p53 bei allen neudiagnostizierten Endometriumkarzinomen, unabhängig von Stadium und Histologie, empfohlen.2,6

 

Genetische Instabilität des Endometriumkarzinoms

Endometriumkarzinome sind genetisch instabil und weisen eine hohe Mutationsrate auf. Mit etwa 30 % besitzen sie dabei die höchste Rate von Mismatch-Reparatur-Defizienz/hoher Mikrosatelliteninstabilität (dMMR/MSI-H) aller bisher getesteten Tumoren.7

Aufgrund der hohen genetischen Instabilität bei dMMR/MSI-H Endometriumkarzinomen kommt es zu einer erhöhten Expression von Neoantigenen auf den Tumorzellen. Die Folge: Es wandern vermehrt Lymphozyten in die Mikroumgebung des Tumorgewebes ein.8

Manche Tumorzellen überexprimieren die Transmembranproteine Programmed Cell Death Ligand 1/2 (PD-L1/L2) und können so eine Immunantwort umgehen. Die Liganden binden dabei an die Programmed-Cell-Death-Protein 1 (PD-1)-Rezeptoren auf der Lymphozytenoberfläche und verhindern so deren zytotoxische Reaktion gegen die Tumorzellen.9,10

Nicht nur neoplastische Zellen mit einer Mismatch-Reparatur-Defizienz lösen eine Immunantwort aus. Auch Mismatch-Reparatur-profiziente (MMRp) Tumore können immunogen sein und ein klinisch relevantes Ansprechen auf immunonkologische Therapien zeigen.8,11,12 Hierbei spielt die Kombinationstherapie mit Chemotherapie eine wichtige Rolle: Carboplatin-Paclitaxel kann die Tumorimmunogenität erhöhen, indem es die Neoantigen-Exposition steigert, die Rekrutierung tumorinfiltrierender T-Zellen fördert und den Zelltod auslöst.11,13–15 Dadurch schafft die Chemotherapie die notwendige Voraussetzung für die langanhaltende Effektivität von Immuncheckpointinhibitoren. Denn PD-1-Inhibitoren heben die Checkpoint-Bremse auf und stimulieren dadurch die T-Zell-Aktivität.11,13–15

  • Biomarkerbestimmung des Endometriumkarzinoms

    Die MMR- bzw. MSI-Bestimmung sowie die p53-Analyse stellen zentrale diagnostische Schritte dar. Sie sind essenziell für die molekulare Klassifikation, die prognostische Einschätzung und bilden die Grundlage für therapeutische Entscheidungen beim Endometriumkarzinom. Deshalb sollte der MMR-Status bei allen neu diagnostizierten Endometriumkarzinomen immunhistochemisch bestimmt werden. Tumore ohne spezifisches molekulares Profil werden als NSMP klassifiziert.2

    Bei auffälligen Befunden, insbesondere bei abnormaler p53-Expression oder Defiziten der MMR-Proteine, sollte ergänzend eine Mutationsanalyse der Exonuklease-Domäne von POLE durchgeführt werden. Sie dient der weiterführenden molekularen Stratifizierung von Patientinnen.2 Klinisch relevant ist hierbei, dass POLE-mutierte Endometriumkarzinome trotz High-grade-Status (G3) mit einer günstigen Prognose assoziiert sind.16

 

Symptome und Diagnostik des Endometriumkarzinoms

Eines der häufigsten Symptome des Endometriumkarzinoms sind postmenopausale uterine Blutungen. Auch bei prämenopausalen Patientinnen sollte die Ursache bei einer atypischen uterinen Blutung abgeklärt werden.2 Außerdem kann sich das Korpuskarzinom mit vaginalem Fluor und eitrigen Gebärmutterentzündungen manifestieren. Manche Patientinnen erleben zudem unspezifische Symptome wie Schmerzen und gastrointestinale Probleme.18

Die Diagnostik des Endometriumkarzinoms basiert primär auf der transvaginalen Sonographie sowie der histologischen Sicherung durch endometriale Probenentnahme. Ergänzend kann eine zytologische Untersuchung erfolgen. Bei unklaren oder nicht aussagekräftigen Befunden ist die Hysteroskopie mit fraktionierter Abrasio als diagnostisches Verfahren indiziert. Nach histologischer Bestätigung ermöglicht die Magnetresonanztomographie (MRT) eine präzise Beurteilung der lokalen Tumorausdehnung, insbesondere der Myometriuminfiltration, und unterstützt die stadiengerechte Therapieplanung.2

  • Stadieneinteilung des Endometriumkarzinoms

    Zur Stadienbestimmung des Endometriumkarzinoms wird die TNM-Klassifikation genutzt. Dabei beschreibt T (tumor) die Ausbreitung des primären Tumors, N (nodes) den Befall der Lymphknoten und M (metastases) das Vorkommen von Fernmetastasen.

    Neben der TNM-Klassifikation unterstützt auch das von der Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique (FIGO) spezifisch für das Endometriumkarzinom entwickelte FIGO-Staging Therapieentscheidungen.19

    TNM-Kategorien und FIGO-Stadien beim Endometriumkarzinom.2,19

    TNM-Kategorie FIGO-Stadium Definition
    TX   Primärtumor ist nicht beurteilbar
    T0   Keine Hinweise auf einen Primärtumor
    T1 I Tumor auf Gebärmutterkörper begrenzt
    T2 II Tumor infiltriert das zervikale Stroma ohne extrauterine Ausbreitung
    T3 und/oder N1/N2 III Lokale und/oder regionäre Infiltration
    T4 IVA Tumor befällt die Blasen- und/oder Rektumschleimhaut
    M1 IVB Fernmetastasen, einschließlich intraabdomineller Metastasen (außer Vagina, Beckenserosa, Adnexe; inkl. inguinale Lymphknoten)
    Infografik Stadium Endometriumkarzinom Infografik Stadium Endometriumkarzinom

    Abb 2. Stadien des Endometriumkarzinoms.2,19

 

Neue Therapieansätze für das Endometriumkarzinom

Die primäre Therapie des Endometriumkarzinoms besteht gemäß S3-Leitlinie in den meisten Fällen aus einer totalen Hysterektomie und beidseitigen Adnexexstirpation mit dem Ziel der makroskopischen Tumorfreiheit. Je nach individueller Situation stehen unterschiedliche operative Zugangswege zur Verfügung, darunter laparoskopische und robotergestützte Verfahren.2

Die Indikation für eine Strahlentherapie und eine adjuvante medikamentöse Therapie richtet sich nach Stadium und Mutationsstatus.2

Darüber hinaus haben sich antikörperbasierte Therapien als innovative Behandlungsoptionen insbesondere beim primär fortgeschrittenen und rezidivierenden Endometriumkarzinom etabliert.2

Es gibt unterschiedliche innovative Ansätze in der Immunonkologie, die gezielt das Immunsystem aktivieren, um Tumorzellen zu bekämpfen. Zu ihnen zählen beispielsweise Immuncheckpoint-Inhibitoren wie Programmed-Cell-Death-Receptor-1 (PD-1) und PD-L1-Inhibitoren, die mithilfe von T-Zellen neoplastische Zellen bekämpfen.20

Ressourcen und Services

Referenzen

  1. Gemeinsame Publikation des Zentrums für Krebsregisterdaten und des deutschen Krebsregister e. V. Krebs in Deutschland für 2021 –2023; 2025. https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2025.pdf
  2. S3-Leitlinie Endometriumkarzinom. Leitlinienprogramm Onkologie; 2024. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Endometriumkarzinom/Version_3/LL_Endometriumkarzinom_Kurzversion_3.0.pdf
  3. Yen TT, Wang TL, Fader AN, Shih IM, Gaillard S. Molecular classification and emerging targeted therapy in endometrial cancer. Int J Gynecol Pathol. 2020;39(1):26-35. doi:10.1097/PGP.0000000000000585
  4. Mahdy H, Vadakekut ES, Crotzer D. Endometrial cancer. In: StatPearls. StatPearls Publishing; 2025. Aufgerufen am 19. Dezember 2025. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK525981/
  5. Colombo N, Creutzberg C, Amant F, et al. ESMO-ESGO-ESTRO Consensus Conference on Endometrial Cancer: diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2016;27(1):16-41. doi:10.1093/annonc/mdv484
  6. Concin N, Matias-Guiu X, Vergote I, et al. ESGO/ESTRO/ESP guidelines for the management of patients with endometrial carcinoma. International Journal of Gynecological Cancer. 2021;31(1):12-39. doi:10.1136/ijgc-2020-00223010.1136/ijgc-2020-002230.supp110.1136/ijgc-2020-002230.supp2
  7. Bonneville R, Krook MA, Kautto EA, et al. Landscape of microsatellite instability across 39 cancer types. JCO Precis Oncol. 2017;2017. doi:10.1200/PO.17.00073
  8. Howitt BE, Shukla SA, Sholl LM, et al. Association of polymerase e-mutated and microsatellite-instable endometrial cancers with neoantigen load, number of tumor-infiltrating lymphocytes, and expression of PD-1 and PD-L1. JAMA Oncol. 2015;1(9):1319-1323. doi:10.1001/jamaoncol.2015.2151
  9. Oliveira AF, Bretes L, Furtado I. Review of PD-1/PD-L1 inhibitors in metastatic dMMR/MSI-H colorectal cancer. Front Oncol. 2019;9:396. doi:10.3389/fonc.2019.00396
  10. Pardoll DM. The blockade of immune checkpoints in cancer immunotherapy. Nat Rev Cancer. 2012;12(4):252-264. doi:10.1038/nrc3239
  11. Mirza MR, Chase DM, Slomovitz BM, et al. Dostarlimab for primary advanced or recurrent endometrial cancer. N Engl J Med. 2023;388(23):2145-2158. doi:10.1056/NEJMoa2216334
  12. Banerjee S, Hasson SP. Top advances of the year: Immunotherapy in endometrial cancer. Cancer. 2024;130(18):3082-3086. doi:10.1002/cncr.35417
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  15. Opzoomer JW, Sosnowska D, Anstee JE, Spicer JF, Arnold JN. Cytotoxic chemotherapy as an immune stimulus: A molecular perspective on turning up the immunological heat on cancer. Front Immunol. 2019;10:1654. doi:10.3389/fimmu.2019.01654
  16. van den Heerik ASVM, Horeweg N, de Boer SM, Bosse T, Creutzberg CL. Adjuvant therapy for endometrial cancer in the era of molecular classification: radiotherapy, chemoradiation and novel targets for therapy. Int J Gynecol Cancer. 2021;31(4):594-604. doi:10.1136/ijgc-2020-001822
  17. Luchini C, Bibeau F, Ligtenberg MJL, et al. ESMO recommendations on microsatellite instability testing for immunotherapy in cancer, and its relationship with PD-1/PD-L1 expression and tumour mutational burden: a systematic review-based approach. Ann Oncol. 2019;30(8):1232-1243. doi:10.1093/annonc/mdz116
  18. Makker V, MacKay H, Ray-Coquard I, et al. Endometrial cancer. Nat Rev Dis Primers. 2021;7(1):88. doi:10.1038/s41572-021-00324-8
  19. Berek JS, Matias-Guiu X, Creutzberg C, et al. FIGO staging of endometrial cancer: 2023. Int J Gynaecol Obstet. 2023;162(2):383-394. doi:10.1002/ijgo.14923
  20. Johnson DB, Nebhan CA, Moslehi JJ, Balko JM. Immune-checkpoint inhibitors: long-term implications of toxicity. Nat Rev Clin Oncol. 2022;19(4):254-267. doi:10.1038/s41571-022-00600-w

NP-DE-DST-WCNT-240006, Mai26