Pathogenese des Endometriumkarzinoms
Endometriumkarzinome können unterschiedlichen histologischen Ursprungs sein. Mit einem Anteil von etwa 70–80 % stellen die endometrioiden Korpuskarzinome den häufigsten Subtyp dar.3 Weitere histologische Varianten des Endometriumkarzinoms umfassen seröse, klarzellige und gemischte Subtypen sowie seltene Entitäten wie neuroendokrine Neoplasien und undifferenzierte Karzinome.3 Zu den Endometriumkarzinomen werden zudem Karzinosarkome gezählt.2
Zur histopathologischen Differenzierung empfiehlt die WHO ein zweistufiges Grading, das zwischen Low-grade-Tumoren (G1/G2) mit geringer Aggressivität und High-grade-Tumoren (G3) mit aggressivem biologischen Verhalten unterscheidet. Seröse, klarzellige und undifferenzierte Endometriumkarzinome sowie Karzinosarkome werden grundsätzlich den G3-Neoplasien zugeordnet.2
Die früher gebräuchliche klinisch-metabolische Klassifikation des Endometriumkarzinoms in das Endometriumkarzinom Typ 1 (östrogenabhängig) und Typ 2 (östrogenunabhängig) gilt heute als überholt. Sie wurde durch eine molekulare Klassifikation abgelöst, die auf spezifischen Biomarkern basiert. Diese berücksichtigt insbesondere Defekte der genomischen Stabilität (Mismatchreparatur/MMR), Mutationen der Polymerase epsilon (POLE) und Mutationen des Tumorsuppressorgens TP53 und ermöglicht eine präzisere prognostische und therapeutische Stratifizierung der Erkrankung.2,4 Biomarker sind ebenfalls wichtig als prädiktive Faktoren für die Therapieauswahl.2,5,6 Daher wird laut nationalen (S3) und internationalen (ESGO, ESMO) Leitlinien die Testung auf MMR/MSI und p53 bei allen neudiagnostizierten Endometriumkarzinomen, unabhängig von Stadium und Histologie, empfohlen.2,6