Wirkungsweise von Januskinase-Inhibitoren
Januskinasen sind intrazelluläre Tyrosinkinasen, die in fast allen Zellen im Körper vorkommen.1 Sie gehören zu den wichtigsten Regulatoren von biologischen Prozessen im menschlichen Körper. Zur Familie der Januskinasen zählen JAK1, JAK2, JAK3 und Tyk2.1
Januskinasen sind in einen Signalweg eingebunden, der über mehrere Schritte reguliert wird: Zunächst bindet ein Zytokin an einen transmembranen Rezeptor und löst somit eine Konformationsänderung aus.1 Dies bringt die an den Rezeptor angelagerten Januskinasen so nah aneinander, dass sie sich gegenseitig phosphorylieren.3 Anschließend binden STAT-Proteine (Signal Transducer and Activator of Transcription) an diesen Rezeptor und werden ebenfalls phosphoryliert. Die phosphorylierten STAT-Proteine lösen sich danach vom Rezeptor, wandern zum Zellkern und fördern dort die Transkription von vielen unterschiedlichen Zielgenen.1,3
Je nachdem, welche STAT- und JAK-Proteine das Signal intrazellulär weiterleiten, werden beispielsweise Entzündungsprozesse, Wachstumsprozesse und/oder Zytokinproduktion gefördert.3,4 Eine unregulierte Aktivierung des JAK-STAT-Signalwegs kann daher zu unterschiedlichen pathologischen Prozessen beitragen, zum Beispiel zur Entstehung von entzündlichen Erkrankungen oder Krebserkrankungen.4
JAK-Inhibitoren greifen in diesen Signalweg ein. Sie binden an ein oder mehrere JAK-Proteine und können dadurch von Jansukinasen regulierte Prozesse blockieren und somit immunsuppressiv, antiphlogistisch oder antiproliferativ wirken.4